Die Insel Djurgården

Blick auf die Insel Djurgården
Die Stadt Stockholm kann mit einer ganz besonderen Stadtteil im ihrem zentralen Stadtgebiet aufwarten: der Insel Djurgården. Die knapp drei Quadratkilometer große Insel ist von Wald, Parkanlagen und Strand sowie von zahlreichen Museen und anderen Sehenswürdigkeiten geprägt. Mit weniger als 1000 Einwohnern ist sie außerdem eine Erholungs-Oase mitten im ansonsten dicht besiedelten Stadtbezirk Östermalm.

Die Geschichte der Insel Djurgården

Der Name „Djurgården“ bedeutet „Tiergarten“ und weist auf die Ursprungsgeschichte der Insel als Teil eines königlichen Jagdreviers hin. Hier auf der damals als „Valmundsö“ bekannten Insel hat der von 1568 bis 1592 regierende König Johann III. sich ein bequemes Areal für jagdbares Wild einrichten lassen. Nachfolger von Johann III. nutzten die Insel gerne für residenznahe Privatschlösser. Schwedens Monarchen teilten das Idyll allmählich auch mit ihren Untertanen. Durch Attraktionen wie dem Vergnügungspark Gröna Lund und dem Freilichtmuseum Skansen wurde Djurgården im 19. Jahrhundert zu einem populären Ausflugsziel für Jedermann. 1897 wurde die Insel durch die damals dort veranstaltete Weltausstellung für Kunst und Industrie (Stockholmsutställningen) auch weit über die Grenzen Schwedens bekannt. Im Zuge dieser Ausstellung wurde unter anderem die wichtigste Brücke zur Insel, die Djurgårdsbron, errichtet. Djurgården ist bequem per Bus, Straßenbahn oder Schiff zu erreichen.

Museen und Sehenswürdigkeiten auf Djurgården

Gleich hinter der Djurgårdsbron lädt das Nordiska Museet (Nordisches Museum) in seinem prächtigen Neorenaissance-Bau (1897) zu einem Besuch ein. Das kulturhistorische Museum informiert über die Volkskunde Schwedens seit dem 16. Jahrhundert. In der Haupthalle imponiert Schwedens erster König der Neuzeit, Gustav Wasa (Vasa), als sechs Meter hohe Holzstatue. Nach seiner bis 1654 regierenden Dynastie wurde 1627 ein mächtiges Kriegsschiff benannt: der Dreimaster VASA. Das eigentlich als maritimer Stolz der damaligen Großmacht Schweden gedachte Dickschiff ging aber bereits 1628 bei seinem ersten Törn kurz nach dem Ablegen vor dem Stockholmer Königsschloss unter. 50 Seeleute ertranken. Schuld waren Böen und Konstruktionsfehler. Erst 1990 wurde das Unglücksschiff geborgen. Im Vasamuseet (Wasa-Museum) auf Djurgården kann es heute, ergänzt durch Spezialexponate zu seiner Geschichte, als eines von wenigen Großrelikten aus der Marinezeit des 17. Jahrhunderts besichtigt werden.

Unweit des zu den meistbesuchten Museen Schwedens zählenden Vasamuseet erstreckt sich das 1891 als Ergänzung zum Nordiska Museet eröffnete Freilichtmuseum Skansen. Skansen ist die weltweit älteste Einrichtung seiner Art. Über 100 Bauernhöfe, Arbeiterkaten, Bürgerhäuser und andere Gebäude aus allen Teilen des Landes geben einen überaus farbigen Eindruck von der Arbeits-, Wohn- und Feierkultur der Schweden. In historischer Kleidung gekleidete, in Werkstätten und auf den Höfen arbeitende Museumsangehörige lassen vergangene Zeiten wieder lebendig werden. Auf der zum Museum gehörenden Bühne werden Volkstänze und Konzerte geboten. Eine Besonderheit ist der Skansen-Zoo mit typischen Tieren der Region wie Rentier, Wolf oder Gotland-Pony.

Etwa 1,5 Millionen Besucher zählt der 1883 entstanden Vergnügungspark Gröna Lund alljährlich. Achter-und Geisterbahnen, Karussells und andere Kirmes-Einrichtungen versprechen Amüsement.

Nicht nur von Fans der 1970er Jahre gut angenommen wird das 2013 eröffnete ABBA-Museum. Hier können Musik-Fans alles über die legendäre Vierer-Pop-Gruppe ABBA erfahren und mit etwas Glück sogar live mit einem ABBA-Mitglied telefonieren („Ring Ring“).

Weitere Highlights in Djurgården sind unter anderem die fast 2000 Gästen Platz bietenden Cirkus Arena, wo neben typisch zirzensischen Darbietungen vor allem Konzerte und Shows gezeigt werden, sowie die Kunstgalerie Liljevalchs Konsthall.

Einen ausgezeichneten Einblick in die aristokratische Welt des 19. Jahrhunderts bekommt der Interessierte bei einer Führung durch Rosendals Slott. Dieser kleine Palast, zu dem ein ausgedehnter Garten gehört (Rosendals Trädgård), wurde in den 1820er Jahren für König Karl XIV. Johann als privates Lustschloss errichtet. Das Gebäude und seine Einrichtung stehen stellvertretend für den damals in Schweden als „Karl-Johann-Stil“ populär gewordenen Empire-Stil.

Ebenfalls aristokratischen Touch hat das Kunstmuseum Prins Eugens Waldermarsudde. Das Gebäude war Anfang des 20. Jahrhunderts vom nachgeborenen Königssohn Prinz Eugen gekauft worden. Der selbst als Maler erfolgreiche Hochadlige war ein begeisterter Förderer und Sammler von Kunst. Nach seinem Tod 1947 wurde Waldermarsudde zu einem Museum. Hier kann zum einen nachgefühlt werden, wie Prinzen früher lebten, zu anderen die Kunstsammlungen von Prinz Eugen bewundert werden.

Ein Muss für Kinder und erwachsene Kinderbuch-Freunde ist ein Besuch im Literatur-Museum Junibacken. Der Name „Junibacken“ ist Programm: Auf Gut Junibacken wuchs die von Astrid Lindgren erdachte quicke Bürgerstochter Madita auf. Der schwedischen Kinderliteratur-Legende Astrid Lindgren und den von ihr erfundenen Gestalten wird besonders viel Raum in den Dauer- und Sonderausstellungen eingeräumt. Aber auch Sven Nordquists „Petersson und Findus“ oder Tove Janssons Mumin-Welt werden hier ausgiebig berücksichtigt.

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