Stockholm Online | Der Reiseführer über die schwedische Hauptstadt

Wer an Stockholm denkt, dem kommen nicht zuletzt die Autorin Astrid Lindgren sowie die Musikband ABBA in den Sinn. Doch die schwedische Metropole hat sehr viel mehr zu bieten. Denn sie blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Noch immer kann der Besucher eintauchen in das vom Fischfang und der Meerfahrt geprägte Leben früherer Generationen, das der Stadt zu ihrem heute noch immer sichtbaren Reichtum verholfen hat. Und doch öffnet sich Stockholm zunehmend dem modernen Zeitgeschehen. Hier, wo jährlich die Nobelpreisgewinner geehrt werden, entsteht eine der kreativsten Modeszenen des europäischen Kontinents.

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Stockholm – immer eine Reise wert

Unter den Auflistungen der schönsten Städte weltweit darf die Perle des Nordens nicht fehlen: Schweden lockt mit purer Lebensfreude, einem milden Klima sowie einem attraktiven Stadtkern. Hier scheint die Balance zwischen Verkehr und Ruhezonen noch zu stimmen. Den Geschäfts- und Bankengebäuden stehen umfangreiche Parkanlagen gegenüber. Der moderne Straßenbau und die altertümliche Bootsfahrt auf dem Kanal ergänzen sich wunderbar. Das Stadtschloss hat hier ebenso seinen festen Platz wie futuristisch anmutende Neubauten. Stockholm muss mit allen Sinnen erlebt werden. Diese Stadt ist nicht alleine besonders schön – sondern auch geheimnisvoll. Wer hier Verborgenes finden möchte, muss meist nicht lange suchen.

Die Historie Stockholms lässt sich bei einem Stadtbummel auch heute noch erkunden. So öffnet sich Schwedens Metropole zwar zunehmend der Moderne. Der rund 950.000 Einwohner umfassende Ort gilt als weltgewandt. Die eigene Geschichte kann hier jedoch nicht geleugnet werden. In manchen Vierteln stehen noch immer die jahrhundertalten Häuser aus rotem Backstein, die früher der Armee oder der Verwaltung gehörten. Dazwischen putzen sich kleine Holzgebäude heraus, meist mit blauen, gelben oder rötlichen Farben einladend angestrichen. Die Stadt präsentiert sich bunt und vielfältig. Beinahe an jeder Ecke gibt es etwas zu Bestaunen. Die Fotokamera sollte daher immer griffbereit sein – zu Lande als auch an den Küstenarealen.

Das Venedig des Nordens ist jedoch nicht alleine von Wasser umgeben. Die Stadt erstreckt sich über insgesamt 14 kleinere Inseln. Jede von ihnen ist fußläufig über eine der 53 vorhandenen Brücken zu erreichen. In den letzten Jahrzehnten haben sich daraus einzelne Viertel mit individuellen Charakteristika etabliert. Besonders sehenswert sind etwa die Kunstwerkstätten, die sich auf einigen der Inseln befinden. Künstlerherzen schlagen hier also besonders hoch. Das Besondere dabei: Die meisten Routen der Stadt können auch mit dem Boot angefahren werden – der Verkehr auf einem der kleinen Kanäle gehört bei der Reise nach Stockholm zu den Highlights.

Doch es wäre falsch, Stockholm lediglich als naturnahe, vielleicht ein wenig verschlafene Altstadtidylle zu bezeichnen. Vielmehr entstehen hier moderne Shoppingpaläste. Zunehmend treffen Besucher auf eine starke Modeszene, die beim Setzen neuer Trends durchaus mit Fashion-Metropolen wie Mailand, New York oder Tokyo mithalten kann. Daneben schießen zahlreiche Bars und Restaurants wie Pilze aus dem Boden, auch Großraumdiscos laden rund um die Uhr zum Tanzen ein. Stockholm scheint kaum stillzustehen, trotz der hiesigen Ruhe finden die Gäste immer etwas Interessantes, Neuartiges, Faszinierendes. Legendär sind dabei die Museumsnächte, bei denen mittlerweile auch kleinere Galerien zum Verweilen ihre Pforten öffnen – auf die Uhr wird dabei nur selten einmal geschaut.

Stockholm führt den Besucher aber immer auch ein wenig in die eigene Kindheit zurück. Denn hier, wo die Autorin Astrid Lindgren mehr als 60 Jahre ihres Lebens verbrachte, lassen sich die Spuren von Pippi Langstrumpf, dem frechen Michel oder der Räubertochter Ronja beinahe an jeder Straßenecke finden. Kunstvoll sitzen sie im Eck eines Wegweisers, schauen hinter einem Fensterladen hervor oder befinden sich überlebensgroß an einer Hausfassade. Auch dieses Kindliche, das Spielerische, das Naive gehört fest zur schwedischen Metropole. Das alles verleiht Stockholm eine leichte und beschwingte Aura – die sich nicht zuletzt in der hohen Lebensqualität für Einwohner und Touristen zeigt.

Stockholms Sehenswürdigkeiten

Doch worauf genau sollte bei einer Reise in die schwedische Metropole eigentlich genau geachtet werden? Stockholm ist mit seinen Sehenswürdigkeiten derart vielfältig aufgestellt, dass für jeden Geschmack der passende Zeitvertreib gefunden werden kann.

Gamla Stan – wer erstmalig nach Stockholm kommt, wird immer auch der Altstadt einen Besuch widmen. Die verwinkelten Gassen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten nur selten einmal verändert. Einige Galerien oder Cafés werden an diesem Ort bereits seit vielen Generationen geführt. Wer Historisches mag, wird sich hier wohlfühlen.

Djurgarden – einst als Tierpark der Königsfamilie errichtet, laden die umfangreichen Grünflächen auch heute noch jährlich ein Millionenpublikum ein. Hier kann gleichermaßen die Ruhe genossen wie auch das Vergnügen gesucht werden. Ob bei der Fahrt mit dem Karussell oder mit dem Boot: Am Djurgarden kommt kein Tourist vorbei.

Stockholms stadshus – das vor rund 100 Jahren errichtete Rathaus mag von Außen an eine Festung erinnern. Doch der Reichtum der Stadt lässt sich spätestens beim Eintritt in den Goldenen Saal ermessen. In der Blauen Halle des Gebäudes findet dagegen jährlich das Festessen aller Nobelpreis-Gewinner statt.

Vasa Museum – die Geschichte Stockholms ist von der Seefahrt geprägt. Da verwundert es auch nicht, dass das bekannteste Museum der Stadt vom antiken Fischfangboot bis zum Walskelett eine Auswahl maritimer Relikte und Funde präsentiert. Das Highlight der Sammlung stellt jedoch das 1628 gesunkene und mittlerweile restaurierte Vasa-Kriegsschiff dar.

Monteliusvägen – in ganzer Pracht lässt sich Stockholm natürlich erst bewundern, wenn die Stadt von einem höher gelegenen Punkt betrachtet wird. Der 20 bis 30 Meter über dem Wasserspiegel gelegene Fußweg Monteliusvägen ermöglicht einen weiten Blick über die Metropole sowie auf das Meer.

Skansen – das Freilichtmuseum Skansen gleicht einem großen Park. Hier werden die Wildtiere Schwedens naturnah präsentiert. Neben Bären, Elchen und Eulen kann der Besucher aber auch historische Wohnbauten Stockholms betrachten – und betreten. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie die schwedischen Bürger vor 500 Jahren lebten, ist hier genau richtig.

Drottningholm – Schweden weist eine lange Tradition an nordischen Königen auf. Einige von ihnen zogen sich zur Ruhe in das im 17. Jahrhundert errichtete Lustschloss Drottningholm zurück, dessen umfangreiche Parkanlagen auch heute noch zu den schönsten Grünflächen des Landes gehören.

Royal Armory – doch Stockholm besitzt auch eine umkämpfte und kriegerische Vergangenheit. Waffen, Kanonen und ähnliche Überreste aus den vergangenen Jahrhunderten lassen sich in der Royal Armory betrachten. Das Museum besitzt zudem königliche Kutschen, alte Rüstungen und sogar ein ausgestopftes Pferd.

ABBA – The Museum – natürlich dürfen bei einem Besuch in Stockholm die Songs von ABBA nicht fehlen. Der erfolgreichsten Band des Landes widmet sich ein eigenes Museum, das zahlreiche Stücke aus der Karriere von Agnetha, Benny, Björn und Anni-Fryd zusammengetragen hat. Der musikalische Soundtrack der Reise kann hier also aufgepeppt werden.

Junibacken – und auch bei den Sehenswürdigkeiten darf Astrid Lindgren nicht fehlen. Der Kinderbuchautorin hat die Stadt ebenfalls ein eigenes Museum geschenkt. Neben Erinnerungsstücken aus dem Leben Lindgrens werden sogar originale Manuskripte der erfolgreichen Bücher gezeigt. Kinder können hier zudem toben, spielen und ihre eigene kreative Ader ausprobieren.

Geschichte und Gegenwart Stockholms

Über den Norrström, einer schwedischen Wasserstraße, führt im 11. Jahrhundert kein Weg hinüber. Entsprechend wird eine Landzunge erweitert und mit Pfählen befestigt. Dieses um das Jahr 1250 herum erstmals als Stocksunda bezeichnete Areal wird bald mit einem Aussichtsturm ergänzt – immerhin ist die mitten im Meer gelegene Stelle taktisch wertvoll. Der Turm selbst muss jedoch weichen. Er wird zunächst durch eine Festung ersetzt, um über den Wasserweg eintreffende Feinde möglichst früh zu erkennen. An dieser Stelle wiederum errichten die Schweden nur wenig später eine Burg, die sogar unter dem Wappen der drei Kronen – Tre Kroner – des Königs steht. Und die eben noch so kleine Landzunge erhält schon bald das Stadtrecht. Stockholm – wörtlich übersetzt: Die Pfahlinsel.

Im Gegensatz zu anderen und weitaus größeren schwedischen Städten im 13. und 14. Jahrhundert wächst Stockholm rasant an. Die strategisch wichtige Positionierung an der Küste lockt zahlreiche Gewerke – ebenso aber Menschen aus anderen Ländern. Die heutige Metropole wird seinerzeit stark durch deutsche Einwanderer geprägt. Selbst bei der Zusammensetzung des Stadtrates gilt die Quote, dass jedes zweite Amt mit einem Deutschen zu besetzen sei. Stockholm, das über Generationen hinweg gedeiht, wird im Jahre 1634 zur Hauptstadt Schwedens ernannt. Wenig überraschend, denn Macht, Geld und Einfluss hatten sich hier wie in keinem anderen Ort des Landes zentriert.

Doch auch Politik, Kunst und Kultur prägen Stockholm im 17. Jahrhundert. Die Stadt scheint nicht alleine mit Blick auf Schweden das Zentrum darzustellen – vielmehr ist sie für das gesamte Skandinavien ein strategisch wichtiger Handelspunkt, der oft und gerne angefahren wird. Die Einwohnerzahlen erreichen zu jener Zeit beinahe jährlich neue Rekordwerte. Erst eine Serie von Naturkatastrophen und Bränden, die sich zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert ereignen, scheinen den Boom kurzzeitig zu stoppen. Doch schon wenig später siedeln sich die Schweden wieder gerne in ihrer Hauptstadt an – und folgen damit dem König, der ebenfalls hier residiert.

Stockholm durchläuft im 19. Jahrhundert den wichtigen Prozess der Industrialisierung. Aus kleinen Gewerken entwickeln sich große Unternehmen mit hohen Produktionszahlen. Die wirtschaftliche Macht der Stadt steigt, immer mehr Bürger lassen sich hier nieder. Bei aller Öffnung für die Moderne bleibt sich Stockholm jedoch treu. Das Stadtbild verändert sich über die Jahrhunderte hinweg kaum – es wird lediglich vergrößert. Altgediente Häuser und Paläste behalten ihren Standpunkt, in den Weltkriegen gehört Stockholm nicht zu den umkämpften Gebieten. So verwundert es nicht, dass bei einem Rundgang noch immer viele Gebäude aus dem 16. oder 17. Jahrhundert bewundert werden können.

Bis heute ist die Bedeutung der Stadt für das gesamte Nordeuropa ungebrochen. Stockholm gehört zu den wirtschaftlichen Zentren Skandinaviens. Die Metropole präsentiert sich etwas schüchtern, aber stets sympathisch. Ein Motto, das auch für die Königsfamilie zu gelten scheint – sie zählt weltweit zu den beliebtesten Monarchien, kaum einmal wird sie von Skandalen heimgesucht. Der jährliche Blick nach Schweden anlässlich der Verleihung der Nobelpreise folgt ebenfalls einer lieb gewonnenen Tradition – auch sie stellt eine wundervolle Kombination aus Tradition und Moderne dar. So steht Stockholm noch immer für eine starke Verwurzelung in der Geschichte, zugleich aber für eine stete Öffnung für das Neue.