Die Storkyrkan

Stockholms Domkirche St. Nicolai

Die Sankt-Nikolai-Kirche in der Stockholmer Altstadt Gamla Stan wird meist nur Storkyrkan (die große Kirche) genannt. Sie ist die älteste Kirche der Stadt und liegt direkt neben dem Stockholmer Schloss.  Seit 1942 ist sie auch Bischofssitz und damit Domkirche der Diözese Stockholm.

Die älteste Kirche Stockholms

Die ältesten Bauteile der Kirche gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, die Zeit, als sie erstmals urkundlich erwähnt wurde. Birger Jarl, der Gründer Stockholms, soll ihre Errichtung selbst in Auftrag gegeben haben. Storkyrkan wurde nach dem Schutzheiligen der Seefahrer, dem Heiligen Nikolaus benannt, denn die Hansestadt Stockholm war Wohn- und Geschäftsort zahlreicher Kaufleute aus dem deutschsprachigen Raum, der damaligen politischen und ökonomischen Elite. Mehrere Um- und Erweiterungsbauten folgten, bis die Kirche schließlich Ende des 15. Jahrhunderts ihre heutige Form einer fünfschiffigen Hallenkirche erhalten hatte. Der Innenbau ist ein beeindruckendes Zeugnis der Backsteingotik, das Kirchenäußere wurde Ende des 17. Jahrhunderts im barocken Stil umgestaltet, um besser mit dem Schlossgebäude zu korrespondierten. Die zugleich vorgenommene Verputzung wurde an den Säulen später wieder entfernt, um sich dem Originalcharakter des Baus wieder anzunähern.

Von der Storkyrkan aus wirkte auch der schwedische Reformator Olaus Petri, und auf Anordnung von König Gustav Vasa wurde die Sankt-Nikolai-Kirche 1527 protestantisch. Das Kircheninnere beherbergt eine mechanische Orgel mit einem Gehäuse von 1796 und einem Orgelwerk von 1960 sowie zahlreiche historisch bedeutsame Kunstwerke. Neben dem aus Ebenholz gefertigten und mit einem Silberrelief versehenen dreiflügeligen Altar aus dem 17. Jahrhundert und der nach Vorlagen von Nicodemus Tessin d.J. geschnitzten Kanzel (unter der sich heute die Grabplatte von Olaus Petri befindet) sind besonders die Skulptur des drachentötenden Heiligen Georg sowie eine frühe Kopie eines verloren gegangenen Gemäldes von unschätzbarem Wert.

Kampf um Stockholm – der Heilige Georg

Zur Feier des Siegs bei der Schlacht am Brunkeberg 1471 gab der schwedische Reichsverweser Sten Sture, der damals den dänischen König Christian II. schlagen konnte, den Auftrag für eine Monumentalskulptur, die das Ereignis versinnbildlichen sollte. Der Lübecker Künstler Bernd Notke, der im ganzen Ostseeraum sowie in Århus arbeitete, schuf 1489 die Skulpturengruppe mit dem Heiligen Georg zu Pferde, der den Drachen besiegt und damit die Jungfrau rettet. Sten Sture verkörperte den siegreichen Georg, der Drache stand für Christian I., die errettete Jungfrau für Stockholm. Die Skulptur wurde überwiegend aus Eichenholz gefertigt und ist teilweise bemalt und vergoldet. Die Skulptur ist 3,75 Meter hoch und steht auf einem hölzernen Sockel, so dass das komplette Ensemble eine Höhe von etwa 6 Metern erreicht. Eine Zeitlang diente die Figurengruppe zugleich als Grabmonument für Sten Sture, bis dessen Leichnam in die Domkirche von Strängnäs umgebettet wurde.
Um die historische Symbolkraft der Skulptur begreifen zu können, ist ein kleiner Exkurs in die Geschichte Schwedens notwendig: Schweden und Dänemark haben eine lange kriegerische Tradition. Während der Kalmarer Union wurde Stockholm mehrfach (von Dänen und Schweden) belagert und eingenommen. 1497 verlor Sten Sture Stockholm wieder an Dänemark, bevor er sie 1501 zurückerobern konnte. Es folgten eine dänische Blockade von 1502 bis 1509 und die Eroberung der Stadt durch Christian II. im Jahr 1520. Dieser ließ sich zum schwedischen König krönen, wobei er in Schweden den Beinamen der Tyrann erhielt. Außerdem veranlasste er, dass über 100 Mitglieder der Aristokratie, die Sten Sture unterstützten, innerhalb weniger Tage hingerichtet wurden – ein Ereignis, das als Stockholmer Blutbad in die Geschichte einging. Schließlich erfolgte die Rückeroberung Stockholms 1523 durch Gustav Vasa. Das letztgenannte Datum steht zugleich für die Auflösung der Kalmarer Union und das Ende des schwedischen Mittelalters.

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Die Nebensonnen

Das Nebensonnen-Gemälde (Vädersolstavlan) zeigt das Phänomen von Nebensonnen, das am 20. April 1535 über Stockholm beobachtet wurde. Ursprünglich wurde das Bild von Olaus Petri in Auftrag gegeben; erhalten ist jedoch lediglich eine überzeugende Kopie aus den 1630er Jahren, die von Jacob Heinrich Elbfas angefertigt worden ist. Diese Abbildung Stockholms mit den Maßen 163 x 110 cm gilt als die älteste erhaltene Darstellung der Stadt. Das Schloss Tre Kronor (Drei Kronen) ist deutlich zu erkennen, die Stadtansicht scheint aus mehreren Vorlagen zusammengefügt worden zu sein.
Wichtiger als die historisch bedeutende Stockholm-Darstellung ist die Abbildung des Phänomens von Nebensonnen und Halos. Unabhängig davon, wie das Himmelsphänomen interpretiert wurde, wurde seinem Auftreten eine große Bedeutung zugemessen. Nebensonnen stehen in der Germanischen Mythologie für die beiden Wölfe, die vor und hinter der Sonne herjagen, bevor irgendwann einmal der eine die Sonne, der andere den Mond verschlingen wird.

Gottesdienste & Konzerte in der Domkirche

Erst 1942 wurde die Diözese Stockholm gegründet. Seitdem fungiert Sankt Nikolai als Domkirche. Tagsüber ist sie für interessierte Besucher geöffnet, es finden regelmäßig Gottesdienste und Orgelkonzerte statt. Auf der Homepage der schwedischen Kirche sind (auch auf Englisch) https://www.svenskakyrkan.se/stockholmsdomkyrkoforsamling weitere Informationen über die Kirche nachzulesen. Zugleich wird über Öffnungszeiten, Führungen und Veranstaltungen informiert.

 

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