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Mårten Trotzigs gränd

Schmalste Gasse Stockholms in Gamla Stan

Die Mårten Trotzigs gränd in Gamla Stan misst an ihrer engsten Stelle 90 Zentimeter und ist damit die schmalste Gasse Stockholms, eine Treppengasse mit 36 Stufen.

Die enge Treppengasse Mårten Trotzigs gränd in Gamla Stan mit Kopfsteinpflaster und rohen historischen Häuserwänden
Inhalt

Neunzig Zentimeter

Die Mårten Trotzigs gränd ist die schmalste Gasse Stockholms. An ihrer engsten Stelle misst sie 90 Zentimeter, gerade genug für eine Person mit angelegten Armen. Streng genommen ist sie keine Straße, sondern eine Treppengasse: 36 Stufen führen von der höher gelegenen Gamla Stan-Rückenlage an der Prästgatan hinunter zur Västerlånggatan, kurz bevor diese am Järntorget endet.

Solche Gassen waren in der mittelalterlichen Stadt normal. Sie sind kein Kuriosum, sondern der Rest einer Bebauung, die jeden Quadratmeter innerhalb der Stadtmauer ausnutzte: Zwischen den Kaufmannshäusern blieben nur Durchgänge, keine Straßen. Die Mårten Trotzigs gränd ist die engste, die es bis heute geschafft hat.

Wer Mårten Trotzig war

Der Namensgeber war ein deutscher Kaufmann. Er kam 1581 nach Stockholm, handelte mit Eisen und Kupfer und gehörte gegen Ende des 16. Jahrhunderts zu den wohlhabendsten Händlern der Stadt. Zwischen 1597 und 1600 kaufte er mehrere Grundstücke beiderseits der Gasse. Trotzig starb 1617.

Die Gasse selbst ist deutlich älter als ihr Name. In den Quellen taucht sie 1544 als „den tronge trappe grenden" auf, 1608 als „Trappegränden" und „Trånga Trappgränden", also schlicht als die enge Treppengasse. Auf der Stadtkarte des Petrus Tillaeus von 1733 steht erstmals eine Form des heutigen Namens.

Zugemauert und wiedergeöffnet

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Gasse an beiden Enden mit Brettern verschlossen und verschwand für rund hundert Jahre aus dem Stadtbild. Erst 1945 wurde sie wieder geöffnet, der amtliche Straßenname folgte 1949. Dass Stockholms bekannteste Gasse damit jünger benannt ist als die meisten Museen der Stadt, gehört zu den Pointen der Altstadt.

Was dich erwartet

Die Gasse ist eng, dunkel und meist feucht; die Häuserwände stehen ungeputzt und roh direkt an den Stufen. Sonne fällt nur um die Mittagszeit für kurze Zeit hinein, sonst liegt sie im Schatten. Zum Fotografieren stellt man sich am besten unten an der Västerlånggatan auf und hält die Gasse längs; von oben wirkt sie flacher, als sie ist.

Ein paar praktische Hinweise: Der Rucksack gehört in die Hand, nicht auf den Rücken. Bei Regen und im Winter sind die Stufen glatt. Barrierefrei ist die Gasse nicht, für Rollstuhl und Kinderwagen kommt sie nicht infrage. Und weil kaum jemand aneinander vorbeikommt, ist der frühe Morgen die einzige Zeit, zu der man sie in Ruhe hat: Ab dem späten Vormittag steht regelmäßig eine kurze Schlange am unteren Ende.

In einen Altstadt-Rundgang einbauen

Die Gasse ist ein Abstecher von zehn Minuten, kein Programmpunkt für sich. Sinnvoll liegt sie mitten auf einem Rundgang durch die Altstadt: von der Storkyrkan und dem Königsschloss die Prästgatan entlang nach Süden, vorbei an der Tyska kyrkan, dann hinunter durch die Gasse und über die Västerlånggatan zurück zum Stortorget. Wer danach Höhe und Aussicht sucht, geht über Slussen weiter nach Södermalm.

Häufige Fragen

Wie breit ist die schmalste Gasse Stockholms?+
An ihrer engsten Stelle misst die Mårten Trotzigs gränd 90 Zentimeter. Das reicht für eine Person; wer entgegenkommt, wartet oben oder unten. Nach oben hin weitet sich die Gasse etwas.
Wo genau liegt die Mårten Trotzigs gränd?+
In Gamla Stan, der Altstadt auf eigener Insel. Die Treppengasse verbindet die höher gelegene Prästgatan mit der Västerlånggatan, der Hauptachse der Altstadt, kurz vor dem Järntorget. Von der Västerlånggatan aus ist der Eingang leicht zu übersehen.
Was kostet der Besuch?+
Nichts. Die Gasse ist öffentlicher Straßenraum, ganzjährig frei und durchgehend zugänglich, ohne Eintritt und ohne Öffnungszeiten.
Wer war Mårten Trotzig?+
Ein aus Deutschland zugewanderter Kaufmann. Er kam 1581 nach Stockholm, handelte mit Eisen und Kupfer und erwarb zwischen 1597 und 1600 mehrere Grundstücke beiderseits der Gasse. Er starb 1617; seinen Namen trägt die Gasse amtlich erst seit 1949.

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